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Energiewende im Realitätscheck: solarLAGO warnt vor Fehlentwicklungen in der Energiepolitik

In einer kurzfristig einberufenen digitalen Pressekonferenz haben wir gemeinsam mit Unternehmen aus Energiewirtschaft, Handwerk und kommunaler Versorgung zu aktuellen energiepolitischen Entwicklungen Stellung genommen. Hintergrund sind mehrere Gesetzesvorhaben der Bundesregierung, darunter Änderungen beim EEG, beim Gebäudeenergiegesetz, beim Netzpaket sowie bei Speicher- und Netzanschlussregelungen.

Vertreter aus Unternehmen, Stadtwerken und Industrie warnten dabei vor wachsender Unsicherheit für Investitionen, Arbeitsplätze und den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Ziel der Pressekonferenz war es, eine wirtschaftliche und systemische Einordnung aus der Praxis zu geben.

Die komplett aufgezeichnete Pressekonferenz könnt ihr auf unserem youtube Kanal nachschauen:
Verunsicherung in Wirtschaft, Kommunen und Handwerk
Zu Beginn der Veranstaltung betonte Ralph J. Schiel, Geschäftsführer von solarLAGO, die Dynamik der aktuellen politischen Entwicklungen.

„In den letzten Wochen ist energiepolitisch eine ganze Menge passiert. Das, was gestern noch Bestand hatte, ist heute teilweise schon wieder infrage gestellt – und das sorgt für erhebliche Verunsicherung bei Unternehmen, Stadtwerken, im Handwerk und auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern.“

solarLAGO wolle daher bewusst keine parteipolitische Stellungnahme, sondern eine sachliche Analyse der Auswirkungen auf Wirtschaft und Energiesystem leisten.

Sorge um den Wirtschaftsstandort Deutschland
Den Einstieg in die fachliche Analyse übernahm Joachim Plesch von Gorfion Green Energy. Er verwies darauf, dass die erneuerbare Energiewirtschaft in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sei.

„Uns treibt nicht nur der Klimaschutz um, sondern auch die Sorge um den deutschen Wirtschaftsstandort. Die erneuerbaren Energien sichern rund 400.000 Arbeitsplätze – und wir sehen aktuell Entwicklungen, die diese Branche massiv gefährden können.“

Besonders kritisch bewertete er geplante Änderungen im Netzpaket und bei der EEG-Novelle. Diese könnten aus seiner Sicht dazu führen, dass neue Anlagen schwerer ans Netz angeschlossen werden können und Investitionen ausgebremst werden.

Zugleich verwies Plesch auf den wirtschaftlichen Nutzen erneuerbarer Energien für das Stromsystem:

„Gas bringt den Strompreis nach oben – Solar- und Windenergie senken ihn. Deshalb brauchen wir mehr erneuerbare Energien und vor allem mehr Speicher, nicht weniger.“
Speicher als Schlüssel der Energiewende
Auch Dr. Erik Rüland von RCT Hydrogen betonte die zentrale Rolle von Energiespeichern für ein stabiles Energiesystem.

„Speicher sind der Schlüssel, um erneuerbare Energie effizient zu nutzen. Ohne ausreichend Speicher können wir günstigen Solar- und Windstrom nicht dorthin verschieben, wo er tatsächlich gebraucht wird.“

Gerade vor dem Hintergrund steigender Strompreise und schwankender Energieproduktion seien Speichertechnologien entscheidend für Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.

Perspektive der kommunalen Energieversorgung
Aus Sicht der kommunalen Energieversorger machte Gordon Appel, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz, deutlich, wie wichtig stabile politische Rahmenbedingungen sind.

„Für Stadtwerke sind verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend. Energieinfrastruktur wird für Jahrzehnte geplant – dafür brauchen wir Planungssicherheit und klare politische Signale.“

Kommunale Versorger seien zentrale Akteure der Energiewende vor Ort und müssten weiterhin in Netze, erneuerbare Energien und Infrastruktur investieren können.

Bürgerenergie und Wärmenetze als Rückgrat der Transformation
Bene Müller, Geschäftsführer von solarcomplex, betonte die Bedeutung regionaler Energieprojekte.

„Die Energiewende wird vor Ort entschieden – in Bürgerenergieprojekten, in Nahwärmenetzen und in regionalen Kooperationen. Genau diese Strukturen müssen gestärkt und nicht ausgebremst werden.“

Gerade Bürgerenergie-Modelle hätten in vielen Regionen Deutschlands entscheidend dazu beigetragen, erneuerbare Energien gesellschaftlich zu verankern.

Handwerk als zentraler Umsetzungspartner
Auch aus dem Handwerk wurden klare Signale gesendet. Marc Schaer vom Photovoltaik-Installationsbetrieb GWL-Design schilderte die Auswirkungen politischer Unsicherheit auf die Praxis.

„Wenn Rahmenbedingungen ständig verändert werden, trifft das vor allem kleine und mittelständische Handwerksbetriebe. Für viele Unternehmen steht dann die Frage im Raum, ob Investitionen und Arbeitsplätze noch gesichert sind.“

Das Handwerk sei eine tragende Säule der Energiewende und brauche stabile politische Rahmenbedingungen.

Energiewende braucht klare Strategie
Die Diskussion zeigte deutlich: In der Praxis besteht große Einigkeit darüber, dass die Energiewende weiter vorangebracht werden muss – allerdings mit klaren, konsistenten und wirtschaftlich tragfähigen Rahmenbedingungen.

Aus Sicht der beteiligten Unternehmen und Institutionen gehören dazu insbesondere:
  • ein beschleunigter Netzausbau
  • bessere Rahmenbedingungen für Energiespeicher
  • Planungssicherheit für Investitionen
  • stabile Regeln für erneuerbare Energien
  • ein klarer wirtschaftlicher Pfad für die Transformation
Wir bedanken uns bei den teilnehmenden Netzwerkpartnern und den anwesenden Pressevertreter:innen. Wir werden an diesen drängenden Themen weiterhin dran bleiben und sie weiterhin fachlich und sachlich sowohl begleiten wie auch bei verschiedenen Anspruchsgruppen mit unserer Meinung dazu platzieren.
Mit energiegeladenen Grüßen
Ralph J. Schiel
solarLAGO-Geschäftsstelle
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