16.04. Zukunft beginnt im Kopf – und mit den richtigen Fragen

Beim 17. Konstanzer Unternehmensfrühstück im Asisi Panorama Konstanz nahm Zukunftsforscher Sven Gabor Jansky die Teilnehmenden mit auf eine gedankliche Reise in mögliche Zukünfte – und stellte dabei eine zentrale These in den Raum:
Es gibt keine „wahre“ Zukunft. Es gibt nur Annahmen – und manche sind wahrscheinlicher als andere.

Auf Basis von Interviews mit über 1.500 Chief Strategy, Innovation und Technology Officers zeichnete Jansky ein vielschichtiges Bild dessen, was auf uns zukommt – und was bereits begonnen hat.

Dazu gehören technologische Entwicklungen wie humanoide Roboter in Serienproduktion ab 2026, Quantencomputer und spezialisierte Industriemodelle ab 2028 oder Brain-Computer-Interfaces ab etwa 2035. Auch die Rolle von Künstlicher Intelligenz verändert sich grundlegend: AI Agents entwickeln sich zunehmend zu „cognitive agents“, die eigenständig Entscheidungen vorbereiten und Prozesse steuern.

Ein weiteres zentrales Zukunftsbild ist die sogenannte „Predictive Economy“ – eine Wirtschaft, in der Produkte und Dienstleistungen bereitgestellt werden, bevor wir sie aktiv nachfragen. Individuelle und situative Bedürfnisse verschmelzen zu adaptiven Systemen.

Gleichzeitig machte Jansky deutlich, wie stark sich unser Leben bereits verändert hat: In den vergangenen 200 Jahren hat sich die Lebenserwartung verdreifacht. Und auch Themen wie technologische Ansätze zur Lebensverlängerung oder sogar „Unsterblichkeit“ werden zunehmend ernsthaft diskutiert.

Besonders spannend war der Blick auf den sogenannten „Reality Gap“: die Lücke zwischen den Zukunftsbildern von Denkern und Visionären und den Entscheidungen von Technologieverantwortlichen. Wer diese Lücke versteht und aktiv gestaltet, prägt die Realität von morgen.

Der vielleicht wichtigste Impuls des Morgens lag jedoch in der Herangehensweise: Backcasting.
Statt die Zukunft aus der Gegenwart heraus fortzuschreiben, geht es darum, ein klares Zielbild zu entwickeln und von dort aus rückwärts zu denken: Welche Schritte sind notwendig, um diese Zukunft zu erreichen?

Für Unternehmen, Netzwerke und Regionen bedeutet das: Zukunftsfähigkeit entsteht nicht durch reines Reagieren, sondern durch bewusstes Gestalten. Wer heute beginnt, tragfähige Zukunftsbilder zu entwickeln, schafft Orientierung – und Handlungsspielräume.